News
Internationale Co-Innovation Lab Projekte mit TAMK: Datenbasierte Lösungen für Facility Management und Klimabilanzierung
Zwei internationale Co-Innovation-Lab-Projekte mit TAMK zeigen, wie Studierende datenbasierte Lösungen für Facility Management und CO₂-Bilanzierung entwickeln.
19/01/2026
Im Wintersemester 2025/26 sind im Rahmen des Co-Innovation Lab zwei neue internationale Kooperationsprojekte entstanden, die praxisnahe Lösungen für reale Herausforderungen von Unternehmen in Finnland liefern. Die Projekte wurden in enger Zusammenarbeit mit der Tampere University of Applied Sciences (TAMK) umgesetzt und erstmals durch Business Tampere, die lokale Wirtschaftsförderung, bei der Identifikation geeigneter Kooperationspartner unterstützt. Die Kooperation mit der TAMK besteht in dieser Form seit dem Sommersemester 2017.
Ein Teil der Kurse fand zu Beginn des Semesters im Oktober in Tampere statt, anschließend arbeiteten die internationalen Studierendenteams virtuell weiter.
Varala Insight: Smarter Facility Management durch Datentransparenz
Das Projekt „Varala Insight“ wurde gemeinsam mit dem Varala Sports Institute in Tampere entwickelt, einem der führenden Sport- und Ausbildungszentren Finnlands. Trotz der Größe und Auslastung des Campus basierte das Facility Management bislang auf manuellen Excel-Listen und voneinander getrennten Buchungssystemen. Dadurch fehlte eine transparente Übersicht über Gebäudebelegung, saisonale Nachfrageschwankungen und ungenutzte Flächen. Die Folge waren erschwerte Planungsprozesse, erhöhte Energie- und Reinigungskosten sowie ungenutzte Potenziale für Marketing und Renovierungsplanung.
Die Lösung: Ein datenbasiertes Dashboard
Ein internationales Studierendenteam des Co-Innovation Lab entwickelte mit Varala Insight ein webbasiertes Dashboard, das Buchungs- und Belegungsdaten zentral zusammenführt. Die Mitarbeitenden von Varala erhalten damit eine Echtzeit-Übersicht über die Auslastung einzelner Gebäude und Bereiche und können zwischen Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresansichten wechseln.
Wirkung: Effizienz, Kostensenkung und Nachhaltigkeit
Durch die neue Transparenz kann Varala Heiz-, Reinigungs- und Wartungsprozesse besser steuern und Marketingmaßnahmen an reale Nutzungsmuster anpassen. Das Ergebnis sind geringere Betriebskosten und eine nachhaltigere Nutzung der Infrastruktur.
Das Projekt wurde von einem internationalen Team aus sechs Masterstudierenden der Studienrichtung Digital Technology Management mit Beteiligung von Bachelorstudierenden des Studienschwerpunkts Digital Business Transformation der HM Business School und fünf Bachelorstudierenden der TAMK umgesetzt. Die enge Zusammenarbeit mit dem Facility Management von Varala stellte sicher, dass die Lösung direkt an den operativen Bedarf anknüpft.
EPSE Oy: Klimawirkung industrieller Abwasserprojekte messbar machen
Ein zweites Projekt entstand in Kooperation mit EPSE Oy, einem finnischen Cleantech-Unternehmen, das industrielle Abwässer mit gelösten Schwermetallen behandelt. Die patentierte EPSE™-Methode ermöglicht es, eine Vielzahl von Metallen in einem einzigen Prozessschritt zu entfernen und sauberes Wasser sowie ein wiederverwertbares oder sicher entsorgbares Nebenprodukt zu erzeugen.
Die Herausforderung: Verlässliche CO₂-Berechnungen
Mit steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen fragen EPSE-Kunden zunehmend nach verifizierbaren CO₂-Einsparungen bereits in der Pilotphase von Projekten. Bislang wurden entsprechende Berechnungen entweder gar nicht oder nur manuell mithilfe von Excel-Tabellen erstellt. Das machte sie zeitintensiv, fehleranfällig und schwer vergleichbar.
Die Lösung: Ein standardisierter Emissionsrechner
Ein internationales Studierendenteam entwickelte im Co-Innovation Lab einen digitalen Emissionsrechner, der die CO₂-Wirkung von Abwasserprojekten strukturiert und transparent abbildet.
Technische Mitarbeitende von EPSE können vordefinierte Emissionsquellen auswählen und projektspezifische Daten eingeben. Auf dieser Basis erstellt das Tool automatisiert standardisierte Emissionsberichte, die exportiert und für Dokumentation und Kundenkommunikation genutzt werden können.
Die zugrunde liegende Datenbank ist flexibel aufgebaut und erlaubt es, Emissionsfaktoren, Variablen und Einheiten bei veränderten Anforderungen anzupassen. Durch die Standardisierung von Annahmen, Dateninputs und Berechnungslogiken wird die Vergleichbarkeit erhöht, die Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden gestärkt und der interne Abstimmungsaufwand deutlich reduziert.
Internationale Zusammenarbeit im Co-Innovation Lab
Beide Projekte wurden im Co-Innovation Lab der Hochschule München unter der Betreuung von Prof. Jessica Slamka, Prof. Dr. Holger Günzel, Prof. Dr. Lars Brehm und Hans-Jürgen Haak realisiert, in enger Zusammenarbeit mit Anne-Mari Stenbacka und Jere Käpyaho (TAMK).
Das Co-Innovation Lab bietet Studierenden eine virtuelle Lernplattform, auf der sie in internationalen Teams wie eine Beratungsgruppe arbeiten und gemeinsam mit Unternehmen praxisnahe Lösungen entwickeln.
Kontakt:
holger.guenzel@hm.edu
lars.brehm@hm.edu